BWF-Stiftung: Auch die Vermittler sind betroffen

Die auf Vermittlerhaftung spezialisierte Münchner Wirtschaftskanzlei “Peres & Partner” sieht auch im aktuellen Skandal um die BWF-Stiftung (Bund Deutscher Treuhandstiftungen e.V.) eine klassische Vermittlerproblematik. Rechtsanwalt Nikolaus Sochurek: “Nach dem Einsatz von BaFin und Staatsanwaltschaft ist die Sache für die Anleger klar: Sie wurden betrogen.” Fakt ist aber auch, dass die rund 400 bekannten Vermittler dieser Kapitalanlage wohl in den allermeisten Fällen nichts vom mutmaßlich betrügerischen Wirken der Verantwortlichen der vermeintlichen Stiftung gewusst haben: “Wie auch im Fall Infinus, in diesem Zusammenhang vertreten wir zahlreiche Vermittler, haben die Vermittler ihren Job gemacht und haben Menschen beraten, die beraten werden wollten. Dass der Schuss jetzt nach hinten losgeht, dürfte die Vermittler mindestens ebenso hart treffen wie die Kunden selbst.”

Immerhin stehen sie in der Verantwortung für eine anlage- und anlegergerechte Beratung. Rechtsanwalt Sochurek geht aber davon aus, dass die eigentlich Verantwortlichen für den BWF-Skandal auf der Management-Ebene zu finden sind. Hier wurde das durch die Vermittler hereingebrachte Anlegergeld mutmaßlich veruntreut und hier hat man mutmaßlich in betrügerischer Absicht ein Szenario entwickelt, das bei rund 6.500 Anlegern für einen echten Goldrausch gesorgt hatte.

Betroffenen Vermittlern ist zu raten, sich möglichst frühzeitig von spezialisierten Anwälten beraten zu lassen, um hier nun keine Fehler zu machen. Die ersten Anlegerkanzleien sind bereits mit Veröffentlichungen auf den Plan getreten, die explizit auf Vermittlerhaftung ausgerichtet sind.

Peres & Partner kann nicht zuletzt aus dem mutmaßlichen Betrugsfall um die Infinus-Gruppe auf umfangreiches Erfahrungswissen zurückgreifen. Die Konstellationen sind nicht unähnlich. Vermittler haben ohne es zu wissen, Anlageprodukte vermittelt, die mutmaßlich betrügerische Hintergründe aufweisen.

„Im Komplex um die Dresdner Infinus wurden durch uns bereits wegweisende Urteile erstritten. Wir haben nicht einen Prozess verloren und auch keine Vergleiche abgeschlossen. Wir gehen davon aus, dass wir auch für Vermittler im vorliegenden Fall gute Ergebnisse erzielen könnten”, erläutert Rechtsanwalt Sochurek.